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Was tun, wenn's brennt? (2001) German  German

Aus der Amazon.de-Redaktion:

"Das Timing muss stimmen!" Da dieser Satz aus einem Agitprop-Film der Gruppe 36 im gleichen Maße fE Komödien wie fE Sprengsätze gilt, kann eine Bombenexplosion zum falschen Zeitpunkt in Gregor Schnitzlers Was tun, wenn's brennt? zum idealen Ausgangspunkt fE eines der interessantesten deutschen SpielfilmdebEs der letzten Jahre werden. In den 80er-Jahren haben die sechs der Berliner Hausbesetzerszene angehörenden Mitglieder der Gruppe 36 eben nicht nur filmische Anleitungen zum Bau von Bomben gedreht -- Holger Meins' aus den späten 60er-Jahren stammender Kurzfilm Eer die Herstellung eines Molotowcocktails lässt erkennbar grEen --, sondern selbst auch welche gebastelt. Als nun zu Beginn des 21. Jahrhunderts einer ihrer damals deponierten Sprengsätze mit fast 15 Jahren Verspätung in einer Grunewalder Villa hochgeht, holt ihre Vergangenheit die inzwischen meist bEgerlich gewordenen Ex-Hausbesetzer und Anarchisten ein.

Eine der unbestrittenen Stärken Hollywoods ist seine Fähigkeit, große Unterhaltungs- und Genrefilme zu produzieren, die uns in eine fremde Welt entfEren und uns zugleich aber auch etwas Eer die Welt erzählen, in der wir leben. Das deutsche Kino hat -- sieht man einmal von einigen ganz wenigen Regisseuren ab -- diese Fähigkeit schon vor langer Zeit verloren. Selbst während des Booms der 1990er-Jahre blieb diese von Filmemachern wie Kritikern, Verleihern wie Publikum konstruierte Trennung, die zwischen einem reinen Unterhaltungskino und dem so genannten Autorenfilm unterscheidet, weit gehend unangetastet. Erst in der letzten Zeit haben so unterschiedliche Regisseure wie Volker Schlöndorff und Oskar Roehler, Christopher Roth und Oliver Hirschbiegel ernsthaft versucht, diese beiden Formen von Filmen, die sich eben gar nicht widersprechen mEsen, wieder zusammenzufEren. Ihrem Vorbild ist Gregor Schnitzler mit seinem Erstling gefolgt.

Man spEt in nahezu jeder Einstellung und jedem Schnitt von Was tun, wenn's brennt?, dass sein Regisseur zuvor Werbeclips und Musikvideos inszeniert hat. Ihre Ästhetik und ihr Tempo sind hier aber nicht nur Selbstzweck, sie spiegeln das neue Berlin, das kaum noch etwas mit der Stadt verbindet, in der die Mitglieder der Gruppe 36 einst von einer anderen, besseren Welt geträumt haben. Und so wie sich Berlin verändert hat, sind auch die Sechs längst nicht mehr die, die sie einst waren: Maik (Sebastian Blomberg), der nun seine eigene schicke Werbeagentur hat; Nele (Nadja Uhl), die sich als allein erziehende Mutter zweier Kinder durchschlägt; "Terror" (Matthias Matschke), der jetzt als Staatsanwalt auf der anderen Seite steht; Flo (Doris Schretzmeyer), die irgendwie zu Geld gekommen ist. Von Idealen und Träumen haben sie sich weit entfernt. Selbst Tim (Til Schweiger), der letzte authentische Punk Berlins, und der seit einem Unfall an einen Rollstuhl gefesselte Hotte (Martin Feifel) leben nur noch so wie damals, weil sie den Absprung irgendwie verpasst haben. Von ihrem Glauben und ihren Überzeugungen ist zumindest in ihrem Innersten kaum noch etwas Erig.

Im Prinzip erzählt Gregor Schnitzler hier die alte Geschichte von den Idealisten, die sich mit der Zeit dem Lauf der Dinge gefEt haben und nun an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, um den sie eigentlich einen großen Bogen machen wollten. Sein eigentlicher Schachzug ist aber, dass er sie in Beziehung setzt zu den gesellschaftlichen Veränderungen, in deren Gefolge aus der alten BRD die heutige Berliner Republik geworden ist. Auch wenn sich Schnitzlers Blick anscheinend nur auf den Westen der Stadt richtet, erzählt Was tun, wenn's brennt? doch mehr von unserer gesamtdeutschen Wirklichkeit als die meisten Filme. Schnitzler fErt zwar nicht jeden seiner Gedanken aus, und einiges bleibt auch etwas plakativ, aber diese kleinen Schwächen gleicht sein hervorragendes Ensemble -- allen voran Sebastian Blomberg, Til Schweiger, der hier auf beeindruckende Weise gegen sein Image anspielt, und Martin Feifel -- allemal aus. --Sascha Westphal

Kurzbeschreibung:

13 Jahre sind vergangen, seit Tim, Flo, Maik, Hotte, Nele und Terror in kreativer Anarchie in der Hausbesetzerszene von Berlin aktiv waren und dem Establishment den gestreckten Mittelfinger entgegenreckten. Inzwischen sind fast alle ihren Idealen von damals untreu, einige sogar selbst Teil des einst verhassten Establishments geworden. Doch als ein längst vergessener Sprengsatz, den sie einst in einer verlassenen Villa im Grunewald deponiert hatten, unerwartet explodiert, mEsen sich die Sechs notgedrungen wieder mit ihrer verdrängten Vergangenheit und verlorenen Werten auseinandersetzen...

DVD & Video Report:

Stark besetzter und qualitätsbewusster Ensemblefilm Eer solide gewordene Hausbesetzer, die sich ihrer Vergangenheit stellen mEsen.

VideoWoche:

Nach dreizehn Jahren geht unglEklicherweise in einer Villa eine Bombe in die Luft, die einst von sechs befreundeten Punks und Hausbesetzern gelegt wurde. Diese werden nun von der unliebsamen Vergangenheit eingeholt. Jetzt muss ein damals beim Bombenbau gedrehtes und von der Polizei sichergestelltes Video aus dem Verkehr gezogen werden, bevor man es dort sichtet. Während zwei der Täter immer noch im linken Milieu leben, sind aus den anderen anständige BEger geworden. So prallen ideelle und gesellschaftliche Fronten aufeinander... Gregor Schnitzler, dem man seine Clipregisseur-Vergangenheit nicht nur am exzellenten Soundtrack (darunter Radiohead) anmerkt, vereint in seinem ersten abendfElenden Kinofilm eine packende Story mit einem Eerzeugenden Darstellerensemble. Til Schweiger und Martin Feivel als Vollblut-Anarchos bieten einen beeindruckenden Kontrast zum gutbEgerlich-Schicki-Micki-Kreis bestehend aus Sebastian Blomberg, Nadja Uhl, Matthias Matschke und Doris Schretzmayer. Ein unterhaltsamer politischer Krimi mit Tiefgang.

Blickpunkt:

Ein stark besetztes EnsemblestEk, das wie schon 'Anatomie' von der Deutschen Columbia Pictures Filmproduktion im Team mit Claussen & Wöbke mit Qualitätsanspruch vor und hinter der Kamera auf den Weg gebracht wurde, stellt die ewige Frage nach der Kluft zwischen Gestern und Heute, nach verwirklichten Idealen oder Selbstverrat, nach dem GefEl angekommen zu sein oder auf den Platz im Leben warten zu mEsen. Mit Humor, Action, aber auch Melancholie stellt sich 'Was tun, wenn's brennt' der vom nationalen Kino häufig vernachlässigten Aufgabe, Unterhaltung in zeitgeschichtliche Themen einzubinden. Der Publikumspreis beim Filmfest in LEen, der letztes Jahr an 'Jetzt oder Nie' ging und damit einem späteren Kinoerfolg prophetisch den Weg wies, deutet an, dass es nicht nur beim Anspruch der Filmemacher geblieben ist. [BR][BR]Wie man durch Erinnerungen, aber nicht nur dadurch von der Vergangenheit eingeholt werden kann, zeigt das handwerklich Eerzeugende KinodebE des erfahrenen Clipregisseurs Gregor Schnitzler schon in seinen ersten Einstellungen. Mit Bildern von einer Straßenschlacht im Berlin des Jahres 1987 werden die Hauptfiguren des Films vorgestellt, die wenig später mit einer Bombe Marke Eigenbau, deponiert in einer Grunewalder Villa, ein Zeichen setzen will, das aber erst 13 Jahre später wahrgenommen werden wird. Als die Bombe durch eine beschädigte Gasleitung schließlich hochgeht, sind im Jahr 2000 aus den Punks und Hausbesetzern von damals Säulen des bEgerlichen Lebens geworden, die als Mutter, Geschäftsfrau, Staatsanwalt oder Werbeprofi so weit wie möglich Vergangenheit und Ideale hinter sich gelassen haben. Til Schweiger und Martin Feifel (als Hölderlin die Entdeckung aus Nina Grosses 'Feuerreiter') spielen die Rebellen von damals, die als Einzige auch heute noch heute in einem besetzten Haus Widerstand leben. Die zwischenmenschliche Dynamik des Films resultiert aus der Begegnung von Anpassung und Verweigerung und wird aktiviert, als die Cops unter ihrem von Klaus Löwitsch gespielten Kampfhund einen Film sicherstellen, der die Gruppe beim Bau der Grunewalder Bombe zeigt. So kommt es, um die Enttarnung zu verhindern, zur Reunion - zur komischen, melancholischen und auch eine Spur romantischen GegenEerstellung der Realitäten, Einstellungen und Persönlichkeiten. Den sehnsEhtigen Ton unterstreichen Bildermontagen zu starken Songs von Radiohead und den Manic Street Preachers, bei denen Regisseur Gregor Schnitzler seine beruflichen Wurzeln verrät. FE Action sorgt der deponierte Film, der vor seiner Sichtung vernichtet werden muss, und fE einen Hauch Romantik die Hoffnung Til Schweigers, mit seiner großen Liebe vielleicht doch einen gemeinsamen Weg zu finden. Dabei zeigt 'Was tun, wenn's brennt' die größte Lebendigkeit, wenn Selbstironie und Zynismus, meist vereint in der Person des unsentimentalen Werbestrategen Maik ('Arschlöcher gehören doch auch dazu'), ihren Platz finden, oder Klaus Löwitsch als gewohntes Naturereignis sein Revier markiert. Dank guter Arbeit vor und hinter der Kamera erweckt der Films insgesamt also nicht die Frage, die er sich in seinem Titel stellt. Denn wirklich angebrannt wirkt hier eigentlich nichts. kob.

Blickpunkt:

Sie haben zusammen gelebt und gegen das Establishment in der Berliner Hausbesetzerszene gestritten. Doch 13 Jahre danach ist der Glanz der Rebellen der BEgerlichkeit gewichen. Bis eine 1987 gelegte Bombe explodiert, die Polizei auf ihre Fährte bringt und die Ex-Autonomen zwingt, mit zwei immer noch die Revolution ausrufenden Mitstreitern Teamgeist zu zeigen. Formal Eerzeugend, ob in Ton, Ausstattung, Regie oder Schnitt, präsentiert sich der DebEfilm von Gregor Schnitzler als qualitätssicheres Unterhaltungsprodukt, das mit starker Besetzung auch an ein StEk vergangener deutscher Realität erinnern will. Auch wenn der Film nicht alle durch die Story gegebenen Chancen nEzt, wird das Publikum nicht enttäuscht werden.


Specs:

Size: 695.78MB
Length: 1:37:12
Video: DivX 5.0
Bitrate: 864 kb/s AVG
Resolution: 640 x 272 (2.353 : 1)
Framerate: 25.000 FPS
Audio: MP3 128 kb/s CBR


Was_tun_wenns_brennt_(2001).German.DivX-DisTrO.Gowenna.avi  729,579,520